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Porträt Terenz
Terenz
185 v. Chr. – 159 v. Chr.
– Autorenporträt –

Terenz

185 v. Chr. – 159 v. Chr.

Einer der bekanntesten Komödiendichter der römischen Antike, der das bürgerliche Alltagsleben in maßvoller, menschlicher Sprache auf die Bühne brachte.

Kurzbiografie↑

Zu den bekanntesten Komödiendichtern der römischen Antike zählt Publius Terentius Afer, zumeist einfach Terenz genannt. Er wirkte neben Plautus als einer der bedeutendsten römischen Dichter der Archaik. Er stand dem aristokratischen Scipionenkreis nahe. Erhalten sind von ihm sechs Komödien. Sie entstanden und wurden zwischen 166 und 160 v. Chr. aufgeführt. Nach antiker Überlieferung wurde er in Karthago geboren. Gestorben ist er um 159 v. Chr. während einer Reise nach Griechenland.


Biografie↑

Über die Geburt des Terenz ist nichts Genaues bekannt. Schon die Antike war sich uneins. Die antike Lebensbeschreibung, die auf Sueton zurückgeht, nennt Karthago als Geburtsort. Sie lässt ihn mit etwa 25 Jahren sterben, nach einigen Handschriften mit 35. Daraus ergäbe sich eine Geburt um 184 oder um 194 v. Chr. Festhalten lässt sich nur, dass seine Geburt etwa zwischen 195 und 184 v. Chr. anzusetzen ist.

Nach dieser Überlieferung kam Terenz als Sklave nach Rom. Sein Herr, der Senator Terentius Lucanus, erkannte seine Begabung. Er sorgte für eine gute Ausbildung und ließ ihn frei. Entsprechend nahm der Freigelassene den Namen seines Herrn an und nannte sich fortan Publius Terentius. Der Beiname Afer, „der Afrikaner“, deutet vielleicht auf eine Herkunft aus Nordafrika hin. Ob er von einem libyschen Volk abstammte oder Karthager war, ist umstritten. Sein ursprünglicher Name ist nicht überliefert.

Mit Scipio und Laelius soll Terenz befreundet gewesen sein. Nach einer antiken Angabe des Fenestella war er älter als beide; ob das zutrifft, hängt vom unsicheren Geburtsjahr ab.

Nach den letzten Aufführungen seiner Stücke im Jahr 160 v. Chr. reiste Terenz nach Griechenland, vermutlich um neue Vorlagen zu suchen. Was ihn zu der Reise bewog, ist nicht sicher überliefert. Von dort kehrte er nicht zurück. Auch beim Todesjahr gehen die Angaben auseinander: Sueton nennt 159 v. Chr., Hieronymus 158 v. Chr. Die Todesursache ist nicht geklärt. Nach einer Version erlitt er auf der Heimreise Schiffbruch. Anderen Versionen zufolge starb er in Griechenland an einer Krankheit oder aus Kummer über den Verlust seiner Habe und neu bearbeiteter Stücke.


Literarische Merkmale↑

Maßvoll und gepflegt gestaltete Terenz das bürgerliche Alltagsleben seiner Zeit. Seine Komödien zeichnen die handelnden Personen sorgfältig und lebensecht. Ihre Themen bilden Erziehungsprobleme, Ehefragen und Liebesverwicklungen. Getragen sind die Stücke von großer Menschlichkeit. Dafür steht ein Vers aus dem Heautontimorumenos ein: „Homo sum: humani nil a me alienum puto – Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd.“

Von Plautus, der rund 60 bis 70 Jahre vor ihm geboren wurde, unterscheidet ihn der Verzicht auf drastische Komik, groben volkstümlichen Scherz und Vulgäres. Die Handlung führte er planmäßig und kunstvoll. Die Sprache hielt er als gepflegte Konversationssprache. Inszeniert wurden seine Stücke von dem Schauspieler Ambivius Turpio.


Rezeption↑

Vorbild für Terenz waren die Komödien der neuen attischen Komödie, besonders die nur teilweise erhaltenen Werke des Menander und des Apollodor von Karystos. Mitunter arbeitete er zwei griechische Stücke zu einem zusammen. In seiner Andria etwa verband er Menanders Andria und Perinthia. In den Prologen seiner Komödien verteidigte er sich daher oft gegen den Vorwurf des Plagiats. Auf den Vorwurf, adlige Freunde schrieben an seinen Stücken mit, antwortete er etwa im Prolog der Adelphoe, ihre Gunst sei ihm eine Ehre.

Mit ihrer kunstvoll angelegten Handlungsführung und ihrer gepflegten Sprache fanden seine Komödien besonders bei den gebildeten Schichten rasch Anklang. Beim breiten Publikum hatte er nicht immer Erfolg. So scheiterten die ersten beiden Aufführungen der Hecyra 165 und 160 v. Chr., weil im Publikum Unruhe ausbrach: Man erwartete Boxkämpfe, einen Seiltänzer und Gladiatorenspiele. Erst beim dritten Versuch im Jahr 160 v. Chr. ließ sich das Stück vollständig darbieten.

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