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Porträt Sophokles
Sophokles
496 v. Chr. – 406 v. Chr.
– Autorenporträt –

Sophokles

496 v. Chr. – 406 v. Chr.

Tragödiendichter des klassischen Athen, dessen „Antigone“ und „König Ödipus“ bis heute weltweit auf den Bühnen stehen – gemeinsam mit Aischylos und Euripides einer der drei großen Tragiker der griechischen Antike.

Kurzbiografie↑

Sophokles zählt zu den drei großen Tragödiendichtern des antiken Griechenland. Er wurde um 497/496 v. Chr. im Demos Kolonos geboren und starb um 406/405 v. Chr. in Athen. Gemeinsam mit Aischylos und Euripides gilt er als einer der bedeutendsten Verfasser griechischer Tragödien. Von seinen mehr als 120 Stücken sind sieben vollständig erhalten: Aias, Antigone, Die Trachinierinnen, König Ödipus, Elektra, Philoktetes und Ödipus auf Kolonos. Vor allem Antigone und König Ödipus werden bis heute auf Bühnen in aller Welt gespielt. Neben seiner dichterischen Arbeit bekleidete Sophokles in Athen mehrere hohe politische Ämter und übte verschiedene kultische Funktionen aus. Schon den Zeitgenossen galt er als ein vom Glück begünstigter, hochangesehener Mann.


Biografie↑

Geboren wurde Sophokles um 497/496 v. Chr. im Demos Kolonos der Phyle Aigeis. Sein Vater Sophil(l)os war ein vermögender Waffenfabrikant. Schon als Knabe gewann Sophokles bei sportlichen und musischen Wettkämpfen. Im Jahr 480 v. Chr. soll er als Vorsänger den Siegespaian nach der Schlacht von Salamis angestimmt haben. Dabei erregte er durch seine Schönheit Aufsehen. Sein Musiklehrer war Lampros.

468 v. Chr. errang Sophokles bei den Dionysien seinen ersten Sieg und schlug dabei Aischylos. Zu den damals aufgeführten Stücken gehörte vielleicht Triptolemos.

Neben der Dichtung übernahm Sophokles wichtige politische Ämter in Athen. 443/442 v. Chr. war er Hellenotamias und damit für die Verwaltung der Mittel zuständig, mit denen der Attisch-Delische Seebund vor allem seine Militärausgaben bestritt. Mindestens zweimal gehörte er dem Kollegium der Strategen an, darunter 441/440 v. Chr. als jüngerer Kollege des Perikles im Krieg gegen Samos. Als über Achtzigjähriger wurde er in das Kollegium der Probulen gewählt, ein Gremium von Vorberatern, das nach der Niederlage auf Sizilien eingesetzt wurde. In dieser Funktion trug er mit dazu bei, dass 411 v. Chr. die Volksversammlung vorübergehend durch die Oligarchie der Vierhundert abgelöst wurde. Trotz zahlreicher ehrenvoller Berufungen ausländischer Könige verließ Sophokles Athen nicht – anders als Aischylos und Euripides.

Daneben übte er kultische Aufgaben aus. Als 420 v. Chr. der Kult des Asklepios nach Athen kam, soll er das Bild des Gottes in sein Haus aufgenommen haben, bis ein eigener Bezirk bereitstand. Dafür hätten ihn die Athener nach seinem Tod als Heros Dexion („Aufnehmender“) verehrt; die Überlieferung ist allerdings nicht ganz sicher.

Mit der Athenerin Nikostrate hatte Sophokles den Sohn Iophon, mit Theoris aus Sikyon den Sohn Ariston. Iophon wurde ebenfalls Tragödiendichter, ebenso Aristons Sohn, der jüngere Sophokles. Bereits in der Antike gab es Mutmaßungen über seine Bisexualität, so bei Athenaios und Ion von Chios. Antike Berichte erzählen von einem Rechtsstreit: Seine Söhne hätten ihn für unmündig erklären lassen wollen. Sophokles habe vor Gericht aus seinem neuen Stück Oidipus auf Kolonos vorgelesen und so die Klage widerlegt. Bezeugt sind seine Beziehungen zu Perikles, zu Ion von Chios und zu Herodot, dem er eine Ode widmete.

Etwa neunzigjährig starb Sophokles 406 oder 405 v. Chr. Über die Todesursache kursieren Anekdoten, die als unglaubwürdig gelten. Eine erzählt, er sei beim Fest der Anthesterien an Weintrauben erstickt, eine andere, er sei beim Vortrag eines langen Satzes aus der Antigone gestorben.


Literarische Merkmale↑

Bestimmend für sein Werk war die Tragödie. Sophokles trat in einer Zeit auf, in der die dramatischen Wettkämpfe Athens das Schaffen der Dichter prägten. Anders als Aischylos schrieb er keine zusammenhängenden Trilogien mehr; das rückte das Schicksal des Einzelnen und die Seelenlage der Figuren in den Mittelpunkt.


Rezeption↑

Schon zu Lebzeiten galt Sophokles als hochgeachtete Persönlichkeit Athens. Fast 50 Jahre lang war er der gefeierte Meister der dramatischen Wettkämpfe der Stadt. Nach seinem Tod wurde er als Heros Dexion kultisch verehrt. Gemeinsam mit Aischylos und Euripides gilt er als einer der bedeutendsten antiken griechischen Tragödiendichter. Seine erhaltenen Stücke, vor allem Antigone und König Ödipus, werden noch heute auf den Bühnen der ganzen Welt gespielt. Das zeigt die anhaltende Wirkung seines Werks.

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