1885 – 1944
Liviu Rebreanu
Kurzbiografie↑
Zu den bekanntesten Erzählern der rumänischen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts zählt Liviu Rebreanu, geboren 1885 in Târlișua im damals österreichisch-ungarischen Siebenbürgen, gestorben 1944 in Valea Mare. Er war Schriftsteller, Dramatiker und Journalist. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane, unter ihnen Ion und Pădurea spânzuraților, auf Deutsch Der Wald der Gehenkten. In den 1940er Jahren leitete er als Direktor das Nationaltheater Bukarest.
Biografie↑
Geboren wurde Liviu Rebreanu am 27. November 1885 in Târlișua in Siebenbürgen, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte. Er war das älteste von vierzehn Kindern eines rumänischen Dorfschullehrers. Seine Kindheit verbrachte er in Maieru. Danach ging er in Năsăud und Bistrița zur Schule.
Ab 1906 diente Rebreanu als Offizier der österreichisch-ungarischen Armee in Gyula, schied aber 1908 aus. 1909 ging er nach Rumänien und lebte in Bukarest. Dort arbeitete er als Journalist, unter anderem als Reporter der Zeitung Adevărul, nach rumänischen Quellen um 1913, nach anderen Angaben im Ersten Weltkrieg. Sein Bruder Emil, Offizier der österreichisch-ungarischen Armee, wurde 1917 als Deserteur und Spion hingerichtet.
Als Schriftsteller trat Rebreanu vor allem mit Romanen hervor. 1920 erschien Ion, auf Deutsch unter dem Titel Die Erde, die trunken macht. Zwei Jahre später folgte Pădurea spânzuraților, deutsch Der Wald der Gehenkten. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Romane, darunter Adam și Eva (1925), Ciuleandra (1927) sowie Răscoala (1932), deutsch Der Aufstand. Später erschienen unter anderem Jar (1934), Gorila (1938) und Amândoi (1940).
In den 1940er Jahren war Rebreanu Direktor des Nationaltheaters Bukarest. 1942 reiste er zu Vorträgen nach Deutschland und Österreich und war im März in Weimar. Er starb am 1. September 1944 in Valea Mare im Kreis Argeș.
Literarische Merkmale↑
Sein Werk hatte seinen Schwerpunkt im Roman. Daneben arbeitete Rebreanu als Dramatiker, als Journalist und als Übersetzer. Er schrieb auf Rumänisch; mehrere seiner Romane wurden ins Deutsche übertragen.
Rezeption↑
Nachwirkung zeigt sich vor allem in der Übersetzung seiner Romane ins Deutsche. Bereits zu Lebzeiten erschien Der Aufstand 1942 in der Wiener Verlagsgesellschaft. Nach dem Krieg brachte der Verlag Volk und Welt in Berlin mehrere seiner Bücher heraus, darunter Der Wald der Gehenkten (1966) und Mitgift (1969). 2018 legte der Paul Zsolnay Verlag in Wien eine Neuübersetzung von Der Wald der Gehenkten durch Georg Aescht vor, mit einem Nachwort von Ernest Wichner.
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