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Porträt Menander
Menander
342 v. Chr. – 291 v. Chr.
– Autorenporträt –

Menander

342 v. Chr. – 291 v. Chr.

Meister der „Neuen Komödie“ im antiken Athen, dessen verschollene Stücke erst durch Papyrusfunde des 20. Jahrhunderts wieder ans Licht kamen.

Kurzbiografie↑

Menander gilt als einer der bedeutendsten Dichter der sogenannten „Neuen Komödie“. Diese entstand im antiken Athen. Geboren wurde er um 342/341 v. Chr.; seine Familie gehörte zum attischen Demos Kephisia. Im Laufe seines Lebens schrieb er über hundert Komödien. Von diesen kannte die Nachwelt lange nur dürftige Bruchstücke. Erst Papyrusfunde des 20. Jahrhunderts machten Teile seines Werks wieder lesbar. Seine Stücke handeln nicht von großer Politik, sondern von den kleinen Schwächen der städtischen Bürgerschaft. Sie enden stets glücklich. Sein Einfluss reichte über die römischen Dichter Plautus und Terenz bis in die neuzeitliche Komödie hinein.


Biografie↑

Aufgewachsen ist Menander, griechisch Menandros, als Sohn des Diopeithes in einem wohlhabenden Elternhaus. Geboren wurde er um 342/341 v. Chr. Seine Familie gehörte zum attischen Demos Kephisia.

Er war mit dem Philosophen Theophrast aus der Schule des Aristoteles befreundet und vielleicht auch sein Schüler. Gemeinsam mit Epikur soll er als Ephebe gedient haben, also im Rahmen der militärischen und bürgerlichen Ausbildung junger Athener.

Gestorben ist er um 291 v. Chr.; genannt werden 292/291 und 291/290 v. Chr. Nach einigen Berichten soll Menander beim Baden im Hafen von Piräus ertrunken sein. Begraben wurde er auf dem Weg zwischen dem Piräus und Athen. Nach seinem Tod errichtete man ihm zu Ehren eine Sitzstatue im Dionysostheater in Athen. Von dieser sind zahlreiche antike Kopien erhalten.

Sein Schaffen war umfangreich. Nach antiken Angaben verfasste Menander 108 Komödien. Lange Zeit existierten nur spärliche Fragmente und Nachdichtungen. Das änderte sich mit Papyrusfunden zu Beginn des 20. Jahrhunderts und mit einem Papyrus, der 1958/59 veröffentlicht wurde. Durch sie wurden mehrere Stücke in größeren Teilen wieder zugänglich, darunter Das Schiedsgericht, Die Samierin und Der Schild. Beinahe vollständig wiederentdeckt wurde die Komödie Dyskolos. Der Titel bedeutet etwa „Der Griesgram“ oder „Der Menschenfeind“. Die Papyrusabschrift dieses Stücks gehört zur Sammlung des Bibliophilen Martin Bodmer bei Genf. Sie wurde 1958/59 erstmals veröffentlicht. Im Jahr 2003 fand man eine syrische Handschrift aus dem 9. Jahrhundert. Ihr Pergament stammte aus einer griechischen Menander-Handschrift des 4. Jahrhunderts, deren Text darunter noch erkennbar ist. Er enthält Teile des Dyskolos sowie 200 Verse eines weiteren Stücks, der Titthe.


Literarische Merkmale↑

Charakteristisch für die Komödien Menanders ist die veränderte Rolle des Chores. Anders als etwa bei Aristophanes spielt der Chor für die Handlung keine Rolle mehr.

Inhaltlich sind seine Stücke unpolitisch. Im Mittelpunkt stehen nicht die großen Fragen des Staates, sondern die kleinen Schwächen des Bürgertums seiner Stadt. Die Handlung führt dabei stets zu einem glücklichen Ausgang. Mit diesem Blick auf das alltägliche Leben und seine menschlichen Verwicklungen wurde Menander zu einem Hauptvertreter der Neuen Komödie.


Rezeption↑

Vielfach wird Menander als einer der bedeutendsten Dichter der Neuen Komödie bezeichnet. Sein Werk wirkte unmittelbar auf die römischen Komödiendichter Plautus und Terenz, die Stücke Menanders bearbeiteten. Obwohl seine Texte damals verloren waren, wirkte er auch auf die neuzeitliche Komödie, etwa auf Carlo Goldoni.

Seine Beliebtheit in der Antike zeigt sich auch in der bildenden Kunst. Auf Mosaiken in Pompeji, Mytilene und Antiochia sind Szenen aus seinen Theaterstücken dargestellt. Hinzu kommt die ihm gewidmete Sitzstatue im Dionysostheater, von der zahlreiche antike Kopien überliefert sind.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Menander nur über dürftige Fragmente und Nachdichtungen greifbar. Die Papyrusfunde des 20. Jahrhunderts und der Fund einer Handschrift im Jahr 2003 haben sein Werk der Forschung neu erschlossen. Sie haben bis in die Gegenwart hinein wissenschaftliche Ausgaben und Übersetzungen angeregt.

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