– 386 v. Chr.
Aristophanes
Kurzbiografie↑
Zu den bekanntesten Vertretern der griechischen Komödie zählt Aristophanes. Er war ein Komödiendichter aus Athen. Geboren wurde er zwischen etwa 450 und 444 v. Chr., gestorben ist er um 386 v. Chr. oder etwas später. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der sogenannten Alten Komödie und des griechischen Theaters überhaupt. In seinen Stücken nahm er zeitgenössische Personen und Ereignisse aufs Korn. Dabei scheute er weder drastische Bilder noch satirische Schärfe. Einige seiner Komödien werden bis heute immer wieder gespielt.
Biografie↑
Über das Leben des Dichters ist nur wenig bekannt. Er kam als Sohn des Philippos im Demos Kydathenaion zur Welt. Dieser Stadtteil Athens gehörte zur Phyle Pandionis. Sein Geburtsjahr ist nicht genau bekannt; die Angaben reichen von etwa 450 bis 444 v. Chr. Auch das Sterbejahr ist unsicher. Er starb nach 388 v. Chr., dem Jahr seiner letzten erhaltenen Komödie. Genannt werden meist die Jahre um 386 oder 385 v. Chr., nach anderen Angaben starb er erst zwischen 385 und 375 v. Chr. Wo er starb, ist nicht sicher bekannt.
Seine ersten drei Stücke ließ er unter fremdem Namen aufführen, vor allem durch Kallistratos. Auch später vertrat ihn dieser oder Philonides häufig auf der Bühne. Aristophanes selbst trat also nicht immer offen als Verfasser hervor. Er hatte drei Söhne; Araros und Philippos waren ebenfalls im Komödientheater tätig. Araros brachte vermutlich die letzten beiden Stücke des Vaters zur Aufführung, Kokalos und Aiolosikon.
Aristophanes hatte enge Verbindungen zur nahe gelegenen Insel Aigina und besaß dort wohl Land. Seine Eltern lebten um 430 v. Chr. vielleicht als athenische Siedler auf der Insel. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. gehörte er wohl für ein Jahr dem Rat der Fünfhundert an. Seine kritische Bühnenarbeit blieb nicht ohne Folgen. Der Politiker Kleon bezeichnete Die Babylonier (426 v. Chr.) als Verleumdung der Stadt und verklagte ihn möglicherweise. Einzelheiten eines Prozesses sind nicht überliefert. Nach den Rittern 424 v. Chr. drohte Kleon ihm erneut mit einer Klage. Vermutlich versprach Aristophanes, seine Angriffe zu mäßigen, und Kleon zog die Klage zurück.
Literarische Merkmale↑
Mit seinen Komödien zielte Aristophanes vor allem darauf ab, zeitgenössische Personen und Ereignisse der Lächerlichkeit preiszugeben. Oft geschah dies durch drastische Darstellungen und satirische Schärfe. Er persiflierte die Stilmittel anderer Dichter, etwa des Euripides. Über Zeitgenossen wie Sokrates oder die Sophisten äußerte er sich kritisch wie spöttisch. Seine Stücke sind damit eng mit den politischen und geistigen Auseinandersetzungen seiner Heimatstadt verbunden.
Rezeption↑
Für seine Komödien erhielt Aristophanes bei den Lenäen und Dionysien oftmals hohe Auszeichnungen. Überliefert sind mindestens vier erste Plätze, drei davon bei den Lenäen. Mit Die Wolken belegte er 423 v. Chr. dagegen nur den dritten und letzten Platz. Die Frösche (405 v. Chr.) erhielten die einzigartige Ehre einer Wiederaufführung bei einem späteren Fest. Schon im Altertum sah man in ihm einen der drei großen Dichter der Alten Komödie. Platon machte ihn zu einer Figur in seinem Dialog Symposion.
Auch bei der Nachwelt fanden seine Werke Beachtung; in Rom empfahl der Redelehrer Quintilian die Alte Komödie als Vorbild für Redner. Im europäischen Theater hinterließen sie erkennbare Spuren; so schuf Racine nach den Wespen seine Komödie Les Plaideurs (1668). Goethe schuf eine bearbeitete Fassung der Komödie Die Vögel für das Weimarer Liebhabertheater. Heine stellte ihn in Deutschland. Ein Wintermärchen als einen großen Dichter dar und sah sich selbst in seiner Nachfolge. Picasso illustrierte 1934 Szenen aus Lysistrata für eine US-amerikanische Übersetzung. Peter Hacks hatte mit seiner Bearbeitung von Der Frieden (1962) in der DDR großen Bühnenerfolg.
Bis in die heutige Sprache wirkt Aristophanes nach. Der Komödie Die Vögel entstammen die Redewendungen „Wolkenkuckucksheim“ und „Eulen nach Athen tragen“. In Die Frösche verglich er, wie Athen gute Bürger zugunsten schlechter verschmäht, mit dem Vorzug schlechter Münzen vor guten. Die Stelle gilt als frühe Beschreibung des später so genannten Greshamschen Gesetzes. Ein 1960 entdeckter Asteroid trägt zu seinen Ehren den Namen 2934 Aristophanes.
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